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Bericht des Deutschen Hauses von Naruto
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Zur Herausgabe von "Ruhe"
(Bericht des Deutschen Hauses)
Das neue Jahrhundert hat begonnen, und der vielseitige Austausch von Informationen läßt eine bisher nicht da gewesene Weite erkennen.
Das Deutsche Haus unserer Stadt wurde auf dem Hintergrund eines freundschaftlichen Kulturaustausches der hiesigen Bevölkerung mit deutschen Kriegsgefangenen, der sich um das Kriegsgefangenenlager Bando während des Ersten Weltkrieges rankt, der darauffolgenden, geerbten Hinterlassenschaften jener deutschen Soldaten als auch zur Förderung der Erziehung erbaut. Zum Deutschen Haus Von Ichiro Tamura, 1. Einleitung: Zur Geschichte
Zu jener Zeit war Japan mit England verbündet, und England bat um Beistand zum Schutz seiner Schiffe. Bei dieser Gelegenheit schickte Japan 30.000 Soldaten nach Tsingtao, wo sich der deutsche Stützpunkt befand. Auf Seiten der sich verteidigenden Deutschen waren es insgesamt nur 5.000 Soldaten, und nach ungefähr drei Monaten standen Sieger und Besiegte fest. Nach dem Ende der Kampfhandlungen kamen ca. 4.700 deutsche Soldaten als Kriegsgefangene nach Japan und wurden an zwölf verschiedenen Orten untergebracht. Aber da es sich hauptsächlich dabei um Tempel und öffentliche Gebäuden handelte, war es um die Unterbringungsbedingungen nicht gut bestellt. Daher brachte man die Kriegsgefangenen später in sechs neu gebauten bzw. renovierten Lagern unter, wozu auch amerikanische Diplomaten rieten. So wurden auch die drei Lager Matsuyama, Marugame und Tokushima auf Shikoku zu dem Lager Bando im heutigen Stadtteil Oaza-cho von Naruto zusammengelegt. Dies war im April 1917 (6. Jahr der Taisho-Ära). Dort verbrachten rund Tausend deutsche Soldaten zwei Jahre und zehn Monate. Während dieser Zeit brachte man ihnen sowohl von Seiten der Lagerverwaltung, wie z.B. von dem Lagerkommandaten Oberst Toyohisa Matsue, als auch von Seiten der dortigen Bevölkerung, die sich mit den deutschen Soldaten anfreundete und diese mit "Herr Deutscher" anrief, Fürsorge entgegen. So galt das Lager Bando als ein Musterlager, und die Kriegsgefangenen führten dort ein vergleichsweise angenehmes Leben. 2. Verschiedene Aktivitäten im Lager Bando In Japan galt es als alters her als eine Schande, vom Feind gefangengenommen zu werden. Bei einer Niederlage im Kampf nahmen sich deswegen derer viele das Leben, auch deren Frauen und Kinder miteingeschlossen. Aber im Westen, wo man auch als Kriegsgefangener in einer Form von Dienst steht, ist es üblich, die heimkehrenden Kriegsgefangenen, die die Mühsalen überstanden haben, als Helden zu empfangen.
Die Aktivitäten der deutschen Soldaten fanden aber nicht nur unter den Soldaten selbst statt, sondern sie erstreckten sich auch auf die dortige Bevölkerung. Das heute noch erhaltene Gebäude "Funamoto-Bokusha" wurde erbaut als die deutschen Soldaten bei der Bevölkerung Interesse hervorriefen. In jenem Gebäude erhielt die Bevölkerung von ihnen Anleitungen wie in der Viehzucht und in der Milchproduktion. Auch gaben sie der Bevölkerung Anleitungen in der Agrarwirtschaft, und sie unterrichteten sie in der Herstellung von Brot, Kuchen und Wein. Überdies eröffnete Paul Engel, einer der Orchesterdirigenten, ein Unterrichtszimmer für Musik und schuf somit die Grundlage für die Musikkultur in Tokushima. 3. Wiederbelebung des Austausches Wenn es nach dem Zweiten Weltkrieg nicht die Wiederbelebung des Austausches mit den ehemaligen Kriegsgefangenen gegeben hätte, so hännte das gegenwärtige Deutsche Haus mit seinen zahlreichen Dokumenten sicherlich nicht existieren können. |
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Das Konzert zur Heimkehr von Beethovens Neunter Sinfonie
und die Suche nach Nachkommen der Kriegsgefangenen Von Seiji Nakamura, Tosender Applaus, als wären alle Schleusen geäffnet, und Tränen der Rührung! Im Staatstheater der Stadt Lüneburg war man in den Nachklang der Rührung und der Fiebrigkeit des Konzertes von Beethovens Neunter Sinfonie eingehüllt, das gemeinsam zwischen Japanern und Deutschen veranstaltet wurde. Das ausverkaufte Konzert war gerade zu Ende gegangen, und der Applaus des aufgestandenen Publikums lies nicht nach. Man war durch die vollendete, große Leistung des 112 köpfigen Chores auf der Bühne, der sich aus 92 aus Japan angereisten und aus 20 deutschen Teilnehmern zusammensetze, in einem Gefühl der Zufriedenheit versunken.
Es war ein langjähriger Traum der Menschen, die jedes Jahr im Juni in der Stadt Naruto "An die Freude" singen, den Kontakt vor 80 Jahren zwischen Japanern und Deutschen wiederzubeleben und ein Konzert der Neunten Sinfonie in Deutschland, wo Beethoven geboren wurde, zu veranstalten. Doch die Suche nach Nachkommen der Kriegsgefangenen war eine ziemlich mühselige Arbeit. Schließlich sind doch über achtzig Jahre vergangen, und zwar gab es unter den Nachkommen Familienangehörige, die persönlich nach Naruto zu Besuch kamen, doch deren Zahl ist verschwindend gering, und dass wir zumindest Anhaltspunkte für Nachkommen erhielten, lag an den Nachforschungen, um die die Stadt Naruto die Stadt Lüneburg vor etwas über zehn Jahren bat. Doch die Nachforschungsergebnisse lagen noch vor der Wiedervereinigung Deutschlands, und es gab viele, die in der ehemaligen DDR lebten. So schickten wir zwar Einladungskarten, doch viele kamen mit dem Vermerk "Adressat unbekannt" wieder zurück. Dennoch konnten wir aber auch durch manche Karte neue Nachkommen ausfindig machen. Außerdem schickten wir auch Karten an die hier in Japan lebenden Nachkommen, und dabei bekamen wir einen Anruf von einem jüngeren Bruder eines in Japan lebenden Nachkommen: "Ich wohne zwar in Deutschland, doch gerne würde ich auch eine Einladungskarte bekommen.". Überdies teilte uns Herr Bruno Hake, der in Kontakt mit Nachkommen steht, weitere Adressaten mit. So verschickten wir an die Nachkommen die Konzerteinladungen, und wir erhielten auch ihre Zusage, doch wir waren uns nicht gewiss, ob sie wirklich kommen w?rden. Aber an dem Tag vor demKonzert fuhren sie von ihrem Wohnort wirklich zu dem Treffpunkt, und in der Hotelhalle sah man sie sich nach einem langen Wiedersehen gegenseitig umarmen.Nun waren wir uns gewiss, dass das Vorhaben Wirklichkeit wurde. Es ist zwar Schade, dass wegen
Dieses Konzert erneut als Anlass nehmend, möchten wir mit der Fortführung der deutsch-japanischen Freundschaft auch weiterhin den Austausch mit den Nachkommen der Kriegsgefangenen aufrechterhalten und dadurch die Freundschaft zwischen Japan und Deutschland vertiefen. |
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Deutsche Besucher des Deutschen Hauses
(von April bis November 2001) Die Besucherzahl des Deutschen Hauses in dem Zeitraum zwischen April und November 2001 beläuft sich auf rund 34.000 Personen. Durchschnittlich waren dies somit 4.800 Personen pro Monat. 01. April Frau Gisela Oberl?nder (Deutsch-Japanische Gesellschaft Bonn e.V.) |
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N a c h w o r t :
Dieser Bericht wird von Herrn Roland Schulz, der zur Zeit im Deutschen Haus tätig ist, ins Deutsche übersetzt. Wir planen, den Bericht einmal oder zweimal im Jahr herauszugeben. |
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